Flüchtlingsheime in Deutschland: Islamisten bedrohen Christen

von Wilfried Puhl-Schmidt, 05. Oktober 2015

Nahostexperte befürchtet, dass die Gewalt weiter zunimmt.

Christen werden in deutschen Flüchtlingsheimen von Islamisten bedroht. Das berichtete die „Welt am Sonntag“ am 27. September und nennt mehrere Beispiele. So erklärte der Berliner Pfarrer der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Gottfried Martens, dass Christen in den Unterkünften oft Gewalt ausgesetzt seien: „Strenggläubige Muslime vermitteln dort die Ansicht: Wo wir sind, herrscht die Scharia, herrscht unser Gesetz.“ Martens hat in seiner Gemeinde im vergangenen Jahr über 150 ehemalige Muslime – vor allem aus dem Iran – getauft.

IGFM: Gewalt nimmt zu

Der Nahostexperte Max Klingberg von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM, Frankfurt a. M.) geht davon aus, dass die Gewalt in den Asylunterkünften weiter zunimmt: „Wir müssen uns von der Illusion befreien, dass alle, die hier ankommen, Menschenrechtsaktivisten sind.“ Unter ihnen sei stattdessen ein „nicht kleiner Anteil“, der in seiner religiösen Intensität „mindestens auf dem Niveau der Muslimbrüder“ ist. Bei christlichen Konvertiten, die ihren Glauben nicht verheimlichten, „geht die Wahrscheinlichkeit, Opfer von Übergriffen oder Mobbing zu werden, gegen 100 %“.

Terroristen unter Flüchtlingen?

Die Zeitung zitiert ebenso einen syrischen Christen aus einem Erstaufnahmelager in Gießen, der befürchtet, dass sich unter den Flüchtlingen Anhänger der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) befinden: „Sie schreien Koranverse. Das sind Wörter, die der IS schreit, bevor sie den Menschen die Köpfe abschneiden.“ Ferner sollen muslimische algerische Asylbewerber im nordrhein-westfälischen Hemer einen christlichen Eritreer wegen seiner Holzkreuz-Kette angegriffen haben. Besonders dramatisch ist laut „Welt am Sonntag“ der Fall einer christlichen Familie aus dem Irak. Sie soll im Aufnahmelager im bayerischen Freising von syrischen Islamisten geschlagen und bedroht worden sein. Sie hielt es nicht mehr aus und ging in den Irak zurück.

Die Kirchen äußern sich nicht

Auf eine idea-Anfrage an die EKD und die (katholische) Deutsche Bischofskonferenz, wie diese Vorfälle einzuordnen seien und was die beiden großen Kirchen gegen die Verfolgung von Christen in Flüchtlingsunterkünften in Deutschland zu tun gedenken, wollten sich beide Institutionen mit einem Verweis auf fehlende Fakten derzeit nicht äußern.

Polizei: Christen abtrennen

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, sagte, dass alles getan werden müsse, um weitere Gewaltausbrüche zu unterbinden: „Eine getrennte Unterbringung auch nach den Religionen halte ich für absolut sinnvoll.“ Thüringen versucht bislang als einziges Bundesland, Flüchtlinge getrennt nach Herkunft unterzubringen, nachdem ein Streit in einer Unterkunft in Suhl eskalierte. Der Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Volker Kauder, forderte von den muslimischen Verbänden, sich von Übergriffen auf  Christen klar zu distanzieren.

Zur Person:
Wilfried Puhl-Schmidt studierte in den 60er-Jahren katholische Theologie, war Lehrer an einer Schule im Libanon und beschäftigt sich nach seiner bürgerkriegsbedingten Ausreise aus dem Libanon intensiv mit dem Koran und später auch mit der Biographie Mohammeds. Seit einigen Jahren geht er u.a. mit Vorträgen an die Öffentlichkeit und betreibt die Seite www.schalom44.de.

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