Blind durch die Nacht

Wie Gauck sich leise davonschleicht, wie die liebe „Mutti“ zur bösen Stiefmama mutiert, und warum unsere Agenten keine Gefahr sehen / Der Wochenrückblick mit Hans Heckel

03.10.15

So langsam macht sich selbst in den obersten Rängen der Unionsparteien sich Frack­sausen breit, an der Basis sogar bei der SPD. Merkels Parole, dass es bei der Asylflut „keine Obergrenze“ geben dürfe, verliert an Rückhalt bei den immer nervöser werdenden Polit-Größen in Berlin. Selbst der bekanntermaßen charakterstarke Bundespräsident Joachim Gauck schleicht sich auf leisen Sohlen davon.

Eben noch spaltete er die Nation mit der Axt des Demagogen in ein „helles“ und ein „dunkles“ Deutschland. Für seine Rede zur „40. Interkulturellen Woche“ hingegen holte Gauck überraschend den gesellschaftlichen Kitt heraus und sprach plötzlich davon, „dass sich die Besorgten und die Begeisterten nicht gegenseitig denunzieren und bekämpfen, sondern dass sie sich in einem konstruktiven Dialog begegnen“ sollen.
Die jähe Erweichung des Mannes aus dem Schloss Bellevue für den Teil des Volkes, den er wegen dessen Sorgen über die Massenzuwanderung als „dunkel“ verfemt hatte, kann nur einen Grund haben: Augenscheinlich haben ihm die „Besorgten“ dermaßen die Hölle heißgemacht, dass sich seine Opportunisten-Seele zu Wort meldete, um dem Staatsoberhaupt einzuflüstern: „Joachim, es könnte gefährlich werden. Schlag dich schleunigst ins Gebüsch des Sowohl-als-auch, bevor dich der Zorn der Bürger trifft.“
Und die Kanzlerin? „Wenn die Unions-Bundestagsfraktion drei Stunden über ein Thema diskutiert“, nämlich die Asylflut, „das gar nicht auf der Tagesordnung steht, müssen bei Kanzlerin Merkel die Alarmglocken schrillen“, meint das „Handelsblatt“.
Weit gefehlt: „Vehement wie selten“ hat Merkel nach Berichten ihren Kurs verteidigt mit den Worten: „Dass wir es schaffen, steht für mich außer Frage.“ Laut dem renommierten Hauptstadtjournalisten Hugo Müller-Vogg hat die CDU-Chefin ihre versammelten Fraktionskollegen gar angeblafft: „Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der Flüchtlinge bin. Nun sind sie halt da.“ Es ist ihr also schnuppe, ob sie Mist gebaut hat. Die Deutschen sollen das gefälligst auslöffeln. Und wehe, wenn sich einer beschwert: „Null Toleranz“ gegen Abweichler, fordert die Kanzlerin, denn ihr „Wir schaffen das!“ sei schließlich „alternativlos“.
Der Autor Alexander Kissler hat schon vor zwei Wochen bekannt: „Sie, liebe Frau Merkel, machen mir Angst.“ Nach so einem Auftritt kann man ihm das Gruseln nachfühlen. Was ist bloß passiert? Hat jemand die einst so betulich wirkende Merkel durch einen Außerirdischen ersetzt, der in der Hülle unserer Kanzlerin mit der Zerstörung der Welt in Deutschland beginnt? Hat sie der berüchtigte „Cäsarenwahnsinn“ heimgesucht? Oder reitet sie heimlich auf einem Besen durch den nächtlichen Himmel?
Die scheinbar freundliche „Mutti“ verwandelt sich vor unseren Augen in die böse Stiefmama aus einem Roman, die ihrem Land böse grinsend das Messer zwischen die Rippen stößt. Für das Schreien und Flehen des Gepeinigten hat sie nur ein hämisches „Ist mir doch egal, so läuft das eben“.
Derweil nimmt draußen im Land der Wahnsinn seinen Lauf. Dreimal höher als angegeben sei die tatsächliche Zahl der neu Hereinströmenden, tropft es aus Bundespolizei-Kreisen in die Öffentlichkeit. Die meisten würden nämlich gar nicht mehr registriert. Laut Saarlands Innenminister Klaus Bouillon herrscht in einigen Bundesländern bereits „Chaos“. „Ungeordnete, wilde Asylströme“ zögen durch Deutschland, verriet der CDU-Politiker dem Saarländischen Rundfunk. Das Betreuungssystem in den Asyllagern trudelt munter seinem Zusammenbruch entgegen. Die Räume gehen zur Neige, ebenso das Material, und die Helfer können bald nicht mehr.
Das müssen sie vielleicht auch nicht, denn es naht Ablösung. Zweimal bin ich bislang an einem Lager in meinem Viertel vorbeispaziert. Zufall oder nicht: Jedes Mal standen zwei Personen vor dem Eingang und fragten die beiden Wachleute, wo sie sich als freiwillige Helfer bewerben könnten.
Es sind natürlich nur Oberflächlichkeiten, aber irgendwie sahen sich die Leute verblüffend ähnlich. Bei allen Vieren handelte es sich um jüngere Männer „südländischen Typs“ so Ende 20, Anfang 30, mit schwarzen Vollbärten. Hat das was zu sagen?
Der „Hessenschau“ des Hessischen Rundfunks berichtete vor laufender Kamera ein sichtlich aufgelöster syrischer Christ, dass sich IS-Angehörige bei ihm im Lager befänden. Er habe sie erkannt, weil sie in der Nacht Koranverse gerufen hätten, welche die IS-Männer ausstießen, bevor sie jemandem den Kopf abschneiden, wie seinem Freund geschehen.
Erstaunlich, dass die „Hessenschau“ so etwas bringt. Könnte das nicht „ungute Gefühle“ bei den Zuschauern auslösen, „Ängste schüren“? Ja, dessen waren sich die Kollegen vom Staatsfernsehen auch bewusst und haben daher ein wenig kosmetisch eingegriffen. Der Syrer sprach Englisch, in der deutschen Synchronisation wird er übersetzt: „Hier kann ich nicht bleiben, ich will weg, ich habe Angst!“
Also will er in ein anderes hessisches Aufnahmelager? Könnte man meinen. Wer aber genau lauschte, konnte hören, wie der junge  Mann im Original wörtlich sagte: „I’m afraid over Europe!“, also hat er nicht bloß Angst, er hat Angst um Europa.
Ins Klare übertragen: Er sieht ganz Europa in der Gefahr, von den IS-Terroristen ebenso überrannt zu werden wie seine Heimat. Das war denn doch zu viel  für die hessischen Staatsfunker, der Syrer redet ja wie ein Pegida-Anhänger! Da haben sie die letzten beiden Wörter lieber nicht mit übersetzt.
Hans-Georg Maaßen, Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, hat schließlich selbst gesagt, dass er bisher keine Hinweise darauf habe, dass IS-Terroristen mit den Flüchtlingen aus Nahost nach Deutschland gelangt seien: „Bislang haben wir keine Belege dafür.“ Hat mit dem Syrer aus der Hessenschau noch kein Verfassungsschützer gesprochen? Ach, besser nicht, sonst müsste Maaßen ja doch von „Hinweisen“ reden, und das könnte zur Beunruhigung im Volk führen. Zumal der oberste Verfassungsschützer die Gefahr auch ganz woanders sieht, nämlich beim Rechtsextremismus aus Gaucks „Dunkeldeutschland“.
Sei’s drum – wenn Maaßen, der es wissen muss, keine IS-Gefahr mit den Asylströmen hereinschwappen sieht, können auch wir ganz entspannt bleiben.
Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir erfahren, aus welchem Grund der Verfassungsschutz keine solche Gefahr erkennt: Weil er nämlich ohne Lampe durchs stockdunkle Dickicht tappt, wo er absolut nichts mehr sehen kann.
Das hat Österreichs Ex-Staatsschutz-Chef Gert Polli enthüllt. Der deutsche Verfassungsschutz sei „schon richtig verzweifelt“, so Polli, weil er wegen der „absolut unkontrollierten Zuwanderung“ im „Blindflug“ unterwegs sei. Das hat uns Hans-Georg Maaßen leiber nicht verraten – hätten ihm sein Boss, Innenminister de Maizière, und erst recht die Kanzlerin wohl auch sehr übel genommen.
In den Lagern häufen sich die muslimischen Übergriffe gegen Christen jedenfalls schon rapide. Die Wachleute schauten oft weg, meldet eine Zeitung, weil sie nicht selten selbst Moslems seien. Was soll man sich die Hände schmutzig machen für den Schutz von „Ungläubigen“! Polli schätzt, dass die IS-Kämpfer mit ihrem Terror in spätestens fünf Monaten beginnen werden. Dann könnte es hektisch werden in Willkommens-Deutschland. Sollten wir also besorgt sein?
Nun bloß nicht aufregen. Wir haben schließlich gute Vorbilder an Gelassenheit: Eine Kanzlerin, der es „egal“ ist, ob sie entsetzliche Fehler macht, und einen obersten Verfassungsschützer, der seine Blindheit dem Volk als beruhigende Botschaft verkauft. Wir sind also in den besten Händen, die sich ein Lebensmüder wünschen kann.

Quelle: Preußische Allgemeine Autor: Hans Heckel – 03.10.2015

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