Bonner Bäder

…und wann gehen die Verantwortlichen baden?

von Frank Baumgarten, GUT-NASS Förderverein e. V. / Bonn

Ein weiteres Badejahr geht zu Ende und langsam scheint sich zu dem Thema Bonner Bäder etwas zu bewegen. Nachdem im letzten Jahr das einzige Bonner Kombibad vor der Schließung stand, ist die Stadt Bonn nun gewillt ein neues Kombibad zu bauen. „Neues Bad“ heißt natürlich auch, daß ein neues Grundstück gesucht werden muß. Prompt meldet sich das Gewerbe zu Wort und fragt, wo in Bonn neue Gewerbeflächen herkommen sollen, wenn die letzten, auch für Gewerbetreibende interessanten, und zusammenhängenden Flächen für ein neues Bad herhalten sollen. Ist vielleicht in Gesprächen, die heutzutage fast grundsätzlich am Bürger und Gewerbe vorbei geführt werden, die Fusion mit dem Rhein-Sieg-Kreis bereits beschlossen?

Favorisiert wird für das geplante Kombibad ein Grundstück in der Rheinaue auf der „anderen“ – der Beueler – Rheinseite, welches sich die Stadt Bonn rund €30.000.000,- kosten lassen will. Die mit über €2.000.000.000,- völlig überschuldete Stadt Bonn hat dieses Geld bestimmt nicht, Herr Dezernent Schumacher hatte aber direkt nach seinem Dienstantritt einen Investor. Die Stadt versucht krampfhaft, für dieses Bad genau die Mitte von Bonn zu treffen. Das geht nicht, außer man kann es in die Luft hängen. Wer hat sich mit der Frage beschäftigt, die bestehenden Bäderstandorte zu ergänzen? Wer hat der Politik und dieser Verwaltung im Klartext gesagt, daß es sich hier um Einrichtungen handelt, die bereits durch Steuergelder bezahlt wurden? Wer hat Herrn Schumacher und Herrn Kerk klipp und klar gesagt, daß sie, wenn sie keine innovativen Ideen haben, um möglichst viele Bäder zu erhalten, für diese Aufgabe nicht tragbar sind?

Die Stadt Bonn muß das vorhandene Potential mit neuen Konzepten nutzen.

Die Standorte der bisherigen Bäder sind in Ordnung! Ergänzende Hallen gehören an das Freibad im Ennert, Melbbad und Römerbad. Das Frankenbad könnte geschlossen werden, da die Besucher bequem in die neue Römerbad-Halle könnten. Ein neues Kombibad, welches auch gleichzeitig eine Wettkampfstätte sein könnte, gehört auf die Rigalsche Wiese nach Bad-Godesberg. Das derzeitige Panoramabad könnte dann geschlossen werden.
Die Errichtung einer Halle am Panoramabad würde wegen der Beschaffenheit des Untergrundes ohnehin zu großen (Bau)Risiken führen und die Godesberger würden diese Schwimmgelegenheit aufgrund der Entfernung bestimmt nicht rege annehmen.

Der Schenkungsvertrag über die Rigalsche Wiese gibt jedoch die angestrebten Nutzungsmöglichkeiten her. Zusätzlich müssten die einzelnen Hallen mit unterschiedlichen Unterhaltungsschwerpunkten und Attraktionen geplant werden.
– Aufgrund der Rheinnähe kann nur im Römerbad, im höher gelegenen Teil – dort wo der Abriss erfolgen soll – eine Halle kostengünstig angebaut werden.
– Das Hardtbergbad könnte mit relativ geringen Mitteln erweitert und deutlich attraktiver gestaltet werden.
Mit diesen Lösungen würde man allen Stadtteilen, dem Schul- und Vereinssport gerecht werden.

Der Bonner GUT-NASS Förderverein e.V. hat in den letzten 15 Jahren immer wieder seine Unterstützung für ein bürgernahes und modernes Bäderkonzept angeboten – und zwar kostenlos und vergeblich! Ob Grüne, Linke, Linksschwarze oder die Verwaltung – jede dieser Instanzen ist groß in Ignoranz und Steuergeldverschwendung.

Sollte man sich abschließend ernsthaft fragen, ob Bonn überhaupt ein Schwimmbad braucht? Würde ein teures neues Bad oder auch jede andere Investition nicht zu einer frühzeitigen Neubauruine, weil neue Kinder ein Hemmschuh für die Produktivität der deutschen Frau wären?
Dann doch lieber die Bauordnung ändern und den Bauherren von Mehrfamilienhäusern eine Etagen-Kollektivbadewanne aufzwingen. Bonn hat fertig!

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