Die Männerbombe tickt

Wenn in Istanbul ein (mutmaßlich) syrischer IS-Selbstmordattentäter ein Dutzend Europäer in die Luft jagt oder wenn Dschihadisten in Paris ein Massaker anrichten, dann dämmert langsam auch den schlichteren Gemütern am alten Kontinent, dass zwischen der westlichen Politik im Nahen Osten und der Sicherheitslage der Europäer ein Kausalzusammenhang besteht. Europa und der Krisenbogen ums Mittelmeer wachsen enger zusammen, als das vielen bewusst ist.

Dass dies nicht nur unter dem Aspekt des Terrors ein ziemlich heftiges Problem ist und noch werden wird, sondern geeignet ist, Europa auf viel fundamentalere Art und Weise zu destabilisieren, ja im schlimmsten Fall zu „libanonisieren“, hat jüngst die US-Autorin Valerie Hudson in einem Aufsehen erregenden Artikel für das amerikanische Magazin Politico behauptet. Ihre steile, aber durchaus plausible These: Nicht nur durch Bomben und Granaten, sondern durch, im englischen Original: Sex.

Womit jedoch nicht der meist vergnügliche Vorgang gemeint ist, sondern Geschlecht, oder genauer das numerische Verhältnis („Sex-Ratios“) der Geschlechter, also die Frage, wie viele Männer auf wie viele Frauen einer Generation kommen.

Ob dieses Verhältnis etwa 1:1 ist oder davon stark abweicht, ist nachweisbar wesentlich für den Wohlfühlfaktor einer Gesellschaft. Empirisch klar und statistisch signifikant ist, dass eine Überzahl junger Männer in jeder Gesellschaft, unabhängig von Religion oder Hautfarbe, zu mächtigem Ärger führt. Hudson: „Gesellschaften mit äußerst schiefen Sex-Ratios sind sogar ohne jihadistische Ideologen in ihrer Mitte nicht stabil. Zahlreiche empirische Studien haben gezeigt, dass Sex-Ratios bedeutsam für Gewalt- und Eigentumsverbrechen sind – je höher das Ungleichgewicht, desto höher die Verbrechensquote. Unsere Forschung hat auch eine Verbindung zwischen Sex-Ratios und dem Erscheinen sowohl von gewaltsamen kriminellen Banden als auch von Antiregierungsbewegungen ergeben.“

Besonders unangenehm wird das – siehe Köln – für Frauen

Lesesn Sie weiter auf die Achse des Guten

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Deutschland, Kriminalität veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.