Die verlorene Generation

Frauen werden um jeden Preis befördert – männliche Spitzenkräfte ausgebremst– eine fatale Entwicklung

21.09.16

Hewlett-Packard-Managerin Carly Fiorina: 30.000 Mitarbeiter entlassen und den Aktienwert des Unternehmens um die Hälfte heruntergewirtschaftet Bild: action press

Seit Anfang des Jahres greift eine  gesetzlich verordnete Quote für die Aufsichtsräte von 101 börsennotierten deutschen Unternehmen. Neu zu besetzende Posten müssen zu 30 Prozent mit Frauen besetzt werden. Gleichzeitig verordnen sich immer mehr Unternehmen eigene Frauenquoten für ihr Management. Die Folge: Während auch immer mehr mittelmäßige Frauen in verantwortungsvolle Positionen rutschen, werden die Fähigkeiten einer ganzen Generation männlicher Spitzenkräfte verschenkt.

Was für ein Unglück, dass Mathias Müller, der mächtige Firmenboss des VW-Konzerns, keine Frau ist. In Business-Kostüm und Ballerinas hätte er das Unternehmen längst aus der Krise geführt. Der Abgasskandal? Für ein weibliches Wesen so leicht zu beherrschen wie ein Kindergeburtstag mit einem Dutzend hyperaktiven Sechsjährigen im Süßigkeiten-Rausch.

Frauen sind die besseren Krisenmanagerinnen, die überlegenen Organisatorinnen, die geschickteren Verhandlungsführerinnen. Dutzende Studien belegen dies. Hochwissenschaftliche Forschung liegt ihnen zugrunde. Das behaupten zumindest die Wirtschaftsberater, aus deren Häusern die Studien stammen.

Möglicherweise wäre es dem Volkswagen-Konzern unter einer „Frau Müller“ allerdings auch so ergangen wie Hewlett Packard (HP), dem US-Hersteller von Druckern und Computern, unter Carly Fiorina. Groß war der Jubel, als Mrs. Fiorina ihren Job als Firmenchefin antrat. Zum ersten Mal stand eine Frau an der Spitze eines Unternehmens dieser Größe und dieses Renommees. Dem Unternehmen ging es mit der Personalentscheidung allerdings schlecht. 30000 Mitarbeiter, etwa zehn Prozent der Belegschaft, wurden gefeuert. Menschenverachtende Sprüche gab es von der Firmenchefin für die Gefeuerten noch obendrauf. Kein Job sei mehr ein Gottesrecht in Amerika, tönte es aus dem Büro der HP-Chefin. Gottgegeben war andererseits auch der Börsenwert der Hewlett-Packard-Aktie nicht. Mit ihrem dilettantischen Führungsstil halbierte die Dame im Chefsessel ihn innerhalb von sechs Jahren, bevor ihr selbst die Kündigung überreicht wurde. Sie hätte das Unternehmen beinahe zerstört, waren sich die Erben der Hewlett-Packard-Dynastie  später einig.

Nein, von Geschlechts wegen sind Frauen nicht die besseren Manager. Die Studien, die das belegen wollen, sind wissenschaftlich nicht haltbar. Die Unternehmensberater, die sie vorlegen, verdienen in der Regel selbst prächtig am derzeitigen Boom der weiblichen Führungskräfte. Als Headhunter suchen sie nach geeigneten Bewerberinnen. Als externe Berater schulen sie ihre Kunden im rechten Umgang mit angeblichen weiblichen Schwächen (Bescheidenheit) und herausragenden Stärken (Teamfähigkeit). Also allerorten lukrative Aufträge für McKinsey und Co., solange es unbeschreiblich weiblich in den Management-Etagen zugeht. Menschen aufgrund ihres Geschlechtes zu bevorzugen, ist derzeit schick und en vogue. Als ehrenwerte Gentlemen und ritterliche Gönner hieven die Entscheider ihre weiblichen Protegés Treppchen für Treppchen nach oben. Weibliche Netzwerke und umfangreiche Förderprogramme federn die geschätzten Kolleginnen ebenfalls in luftige Karrierehöhen.

Eine wissenschaftliche Grundlage hat das alles nicht: Sabine Boerner, Professorin für Management an der Universität Konstanz, untersuchte zahlreiche Studien aus der Wirtschaftswelt zum Thema Gender Diversity, also der Vielfalt der Geschlechter. Ihr Fazit: Die Forschung lässt keine Schlüsse zu, dass ein hoher Frauenanteil im Management ökonomische Vorteile bringt. Tatsächlich birgt das Streben nach mehr Weiblichkeit um jeden Preis, massive Nachteile. Das Leistungsprinzip wird ausgehebelt. „Männer sind in vielen Bewerberrunden nur noch eine Sättigungsbeilage“, warnt Reinhard K. Sprenger. Der 63-jährige Managementberater zählt zu Deutschlands profiliertesten Führungsexperten.

„Wohin soll ich alle Männer aussortieren?“, lamentierte denn auch Mercedes-Benz-Chef Dieter Zetsche, nachdem sein Unternehmen eine firmeninterne Frauenquote für Führungspositionen eingeführte hatte.

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