Eröffnung des World Conference Center Bonn

BERICHT AUS BONN vom 7. Juni 2015: Ein Tag der Freude und ein Meilenstein: Eröffnung des World Conference Center Bonn

Ein neues Kapitel in seiner Geschichte als deutsche UNO-Stadt hat Bonn am Sonntag, 7. Juni 2015, aufgeschlagen: Mit der feierlichen Eröffnung des Erweiterungsbaus des World Conference Center Bonn (WorldCCBonn) ist der Komplex nun komplett. Bis zu 7000 Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer können hier künftig zusammenkommen.

Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch konnte zur Einweihungszeremonie UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier, die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks, sowie die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, begrüßen. „Dies ist ein Tag der Freude für Bonn“, rief Nimptsch den rund 800 Gästen im Foyer des WorldCCBonn zu. Kinder mit den Flaggen der 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen umrahmten das symbolische Durchschneiden eines Bandes, mit dem die neuen Säle ihrer Bestimmung übergeben wurden.

Nimptsch dankte „allen Beteiligten, die dabei geholfen haben, das Ziel zu erreichen, insbesondere auch der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen für ihre finanzielle und auch oftmals ganz persönliche Unterstützung.“ Die Fertigstellung des WorldCCBonn sei ein „Meilenstein für Bonn und die Vereinten Nationen in Bonn“. Er ließ die 2000-jährige Geschichte des Ortes Revue passieren: Von der römerzeitlichen Versammlungshalle und der Münzprägestelle bis zur bundesrepublikanischen Zeit, als hier im Parlament das Grundgesetz verabschiedet und über die Geldpolitik auch für Europa entschieden wurde.

„Dies ist ein guter Ort für gute Entscheidungen“, so Nimptsch. Er wünsche sich, dass künftige Gäste des Konferenzzentrums und der Stadt nicht nur fachliche Impulse und neue Ideen mitnehmen, sondern auch „unseren Bonn-Spirit“ – und spielte damit an auf die besondere Atmosphäre, die Tagungsteilnehmer Bonn immer wieder bescheinigen. „Mit dem WorldCCBonn wurden die Voraussetzungen und die Arbeitsumgebung geschaffen, um drängende Fragen der Globalisierung zu diskutieren und Antworten darauf zu suchen. Hier können die Völker der Welt gemeinsam auf Lösungen hinarbeiten.“

„Ich freu mich, bei Ihnen zu sein“, sagte UNO- Generalsekretär Ban zu Beginn seiner Rede auf Deutsch, „und gratuliere allen, die daran mitgewirkt haben, dieses Ereignis möglich zu machen.“ Der Erweiterungsbau des WorldCCBonn werde neue Möglichkeiten öffnen. Durch „dieses wunderbare Konferenzzentrum“ werde Bonn zu einem noch aktiveren Treffpunkt für die UNO und für die internationale Gemeinschaft. Ban richtete einen besonderen Gruß an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UNO in Bonn, „deren Kreativität und Einsatz unsere Arbeit mit Leben erfüllt.“

Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier betonte die Rolle der Vereinten Nationen am Standort Bonn: „Bonn ist seit vielen Jahren das nationale Aushängeschild für Deutschlands Einsatz für Frieden und Sicherheit in der Welt und hat sich inzwischen als bedeutender Standort der Vereinten Nationen mit seinen vielen Organisationen und Institutionen international bewährt. Zu der hervorragenden Infrastruktur, auf die unsere internationalen Partner hier zurückgreifen können, zählt nun auch das WorldCCBonn – ein Konferenzzentrum nach modernstem Standard, das einen exzellenten Rahmen für Begegnungen und Austausch schafft. 70 Jahre nach Gründung der Vereinten Nationen leisten wir mit dem WorldCCBonn einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung internationaler Aufgaben und stärken den VN-Standort Bonn weiter.“ Außenminister Steinmeier kündigte an, in Bonn ein Verbindungsbüro für die Vereinten Nationen und die internationalen Organisationen einzurichten. „Denn, meine Damen und Herren, diese Welt aus den Fugen, diese Welt im Wandel braucht neue Ideen. Und hier können sie gedeihen.“

Die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann begrüßte die Gäste im Namen des Landes Nordrhein-Westfalen in Vertretung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. „Das WorldCCBonn wird heute auf geschichtsträchtigem Boden eingeweiht. Kein Ort symbolisiert besser den Wandel der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn: Einst Sitz von Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat, ist Bonn nun als deutscher Sitz der Vereinten Nationen international präsent. Und es hat sich zur deutschen Hauptstadt für Fragen der Nachhaltigkeit und Entwicklungspolitik etabliert. Somit können von hier aus wichtige Impulse für internationale Prozess ausgehen, gerade auch in den Bereichen nachhaltige Entwicklung und Klimawandel.“

Nimptsch dankte abschließend dem Städtischen Gebäudemanagement unter der Leitung von Marion Duisberg und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der hier tätigen Firmen, die durch vielfältige Anstrengungen geholfen hätten, den Bau rechtzeitig fertig zu stellen.

Musikalisch umrahmten die Blechbläser des Beethoven-Orchesters Bonn den Festakt. Die Kinder, die mit den Flaggen der Vereinten Nationen für den Farbtupfer in der Veranstaltung sorgten, kamen aus der Bonn International School, dem Beethoven-Gymnasium, der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel sowie von der Junior Companie Bonn, die auch den musikalisch-tänzerischen Ausklang gestaltete.

Bereits seit 1. Juni tagt im WorldCCBonn die 42. Konferenz der Nebenorgane (Subsidiary Bodies) der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) mit bis zu 5000 Teilnehmern. Sie bereitet den Klimagipfel im Dezember in Paris vor, bei dem es um eine Nachfolgevereinbarung für das Kyoto-Abkommen gehen wird.

ANMERKUNG:
Die Fertigstellung des WCCB stand nach diversen Korruptionsvorwürfen, Rechtsstreitigkeiten und Gerichtsverfahren lange Zeit in der Kritik. Der vormalige „Hauptinvestor“, die SMI-Hyuandai (Dr. Man Ki Kim wurde von den USA ausgeliefert und sitzt in Haft), entpuppte sich recht schnell als Betrüger und Hochstapler – aber da war es schon zu spät, um das Projekt noch fallen zu lassen.

Wir hoffen, daß die von der Stadt Bonn auf Schuldenbasis in dieses Projekt investierten €250.000.000 nun doch noch der Region zugute kommen. Im Zweifel kann man das WCCB auch als Notunterkunft für AsylbewerberInnen nutzen. Böse? Ja.

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