Fall Niklas: Schläger nach brutalem Angriff auf Zeugen in Haft

Ein (böser) Kommentar von Patrik Greeven

Als ich diese Überschrift gelesen hatte, wollte ich es erst nicht glauben.

Wir alle erinnern uns noch an den brutalen Mord an dem jungen Niklas P., der nach seinem Besuch bei „Rhein in Flammen“ von vier „jungen Männern“ mit Schlägen und Tritten gegen seinen Kopf so schwer verletzt wurde, daß er wenige Tage später seinen erlittenen Verletzungen erlag – starb. Ermordet aus einer Laune heraus und wegen nix und nochmal nix!

Der mutmaßliche Haupttäter, der 20-jährige Walid S., sitzt noch in Haft, aber einer der bekannten Mittäter wurde „mangels ausreichender Beweise“ aus der U-Haft wieder entlassen.
Und eben dieser gerade aus der U-Haft entlassene mutmaßliche Mittäter hat nun einen Zeugen des Mordes an Niklas P. durch Schläge und Tritte so schwer verletzt, daß dieser Zeuge nun ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Wo leben wir eigentlich?

Die gesamte Clique um Walid S. ist in Bad Godesberg als extrem gewalttätig (polizei)bekannt. Und da Bad Godesberg recht klein ist, kenne ich persönlich eine junge Frau, die mit den Jungs eine Weile rumgehangen hat und dann zu ihrem Glück für sich entschied, daß ihr die Brutalität dieser „jungen Männer“ nicht besonders gut gefällt.

Mir fehlen die weiteren Worte, um meine Wut auf diese „jungen Männer“ und das völlige Versagen unserer Justiz zu beschreiben.

Meine Wut wird nur noch heftiger, wenn ich mir – aus Erfahrung – vorstelle, daß diese „jungen Männer“ vermutlich von irgendwelchen Gutachtern ein Attest als „nette Jungs mit schwerer Kindheit“ ausgestellt bekommen und nicht nach Erwachsenenstrafrecht angeklagt werden, sondern wie in Bonn üblich als „Jugendliche“ mit Bewährungsstrafen und ein paar Sozialstunden davonkommen.

Lest bitte den folgenden, recht sachlichen Bericht des WDR:

Im Fall des in Bad Godesberg getöteten Niklas hat die Bonner Staatsanwaltschaft einen vierten Tatverdächtigen erneut in Haft genommen.

Der 21-Jährige hatte im Sommer bereits einen Monat wegen des Verdachts auf Totschlag in Haft gesessen, war aber wegen nicht ausreichender Beweise wieder entlassen worden. Kaum war er in Freiheit, soll er nach bisherigem Ermittlungsstand einen 29-Jährigen brutal zusammengeschlagen haben.

Zeuge sollte wohl eingeschüchtert werden

Alles spricht dafür, dass er sich an dem 29-Jährigen rächen wollte. Denn der hatte bei der Polizei gegen den jungen Deutschen ausgesagt. Am frühen Sonntagmorgen vor einer Woche lauerten die beiden Täter ihrem Opfer vor dessen Haustür in Bad Godesberg auf. Der 29-Jährige wurde durch Schläge und Tritte sehr schwer verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Er war Zeuge, als Niklas Anfang Mai in Bad Godesberg getötet worden war und sollte nach Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft dadurch offenbar eingeschüchtert werden. Die Adresse wusste der tatverdächtige Schläger aus den Polizeiakten. Als Beschuldigtem musste ihm und seinem Anwalt jederzeit Akteneinsicht gewährt werden.

In Bad Godesberg ist die Angst zurück

Nach dem Tod von Niklas am Rondell an der Bahnhofsunterführung in Bad Godesberg sind dort die Sicherheitsmaßnahmen der Polizei massiv erhöht worden. Durch zusätzliche Streifengänge und auch durch Observationen von Beamten in Zivil. Außerdem soll die Gegend durch Umbaumaßnahmen und zusätzliche Lichtquellen sicherer gemacht werden. Dem 29-Jährigen, der nun wegen seiner Zeugenaussage brutal zusammengeschlagen worden ist, hat das alles nichts genutzt. Damit ist auch die Angst nach Bad Godesberg zurückgekehrt. Ein Ermittler sagte dem WDR, dass nun die Sorge bestünde, dass andere Zeugen nicht mehr bereit sind, mit der Polizei zusammenzuarbeiten – aus Angst, ebenfalls zusammengeschlagen zu werden.

Weiterlesen –> WDR – 19.09.2016

 

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