Griechenreferendum: Hellas-Schwänzchen wackelt mit Euro-Hund

Ein bissiger Kommentar von Peter Helmes

„Das griechische Volk habe seine Würde zurückbekommen“, meinte Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras zum Ergebnis des Referendums, bei dem über die Sparpläne aus Euro-europäischer Sicht abgestimmt wurde. Klar, da haben die Griechen mit vollem Herzen „nein“ gesagt. Mit Schulden lebt sich´s leichter als mit Leistung. Nun fühlen sich Tsipras und Konsorten bestärkt. Griechenland ist für den Euro etwa so bedeutend wie ein Stummelschwanz für einen großen Hund. In Klartext: Das Elf-Millionen-Volk der Hellenen trägt gerade ´mal zwei Prozent zur europäischen Wirtschaftsleistung bei. Aber die griechischen Links-Chaoten um Tsipras und – besonders – Varoufakis hatten einen Mordsspaß dabei, dieses Stummelschwänzchen mit dem Hund „Europa“ wackeln (und winseln) zu lassen. Es liegt auf der Hand, daß nun das Griechentheater noch größer werden wird.

Rücktritt Varoufakis´ – alte Griechentaktik

Zu dieser Taktik gehört gewiß auch der theatralische Rücktritt Varoufakis´. Mit diesem Opfer hoffen die Hellenen, die europäischen Götter milde zu stimmen. Und die Taktik der trickreichen Griechen geht auf. Schon murmeln führende Euro-Europäer: „Der giftige Finanzminister ist weg, jetzt können wir wieder unbeschwerter verhandeln…“. Auf Deutsch heißt das nichts anderes als: „Nun kriegen die Griechen wieder Geld…“

Blamierte Europ. Institutionen

Die europäischen Institutionen stehen blamiert da. Was haben sie gebettelt und gebeten, die lieben Griechen mögen doch endlich bitteschön mit Sparen anfangen! Genutzt hat´s nichts, die Europäer haben bezahlt, bezahlt und immer wieder gezahlt. Man braucht keine Phantasie zu erkennen, daß Tsipras auf diesem Klavier nun nach der 60-Prozent-Zustimmung ein Tremolo nach dem anderen anstimmen und in ein Furioso übergehen wird. Die Griechen haben gewiß schon einen „neuen Sparplan“ in der Tasche. Dieser Sparplan hat einen Doppelnamen: „Geld her!“ und „Schuldenschnitt!“ – begleitet von hingesäuselten Versprechungen, Beschwörungen und Zusagen, man werde bald „ein neues Sparprogramm vorlegen, das die Würde der Griechen wahrt“. Diese Würde hat Tsipras schon so oft geschworen, daß sie niemanden mehr vom Stuhl reißen sollte. Um diese „Würde“ zu erhalten, haben die Europäer Milliarden um Milliarden gezahlt. Ergebnis: Das Geld ist weg, die Griechen sind aber immer noch faul arm. Deshalb muß zunächst die Schuldenlast weg – von wegen der Würde.

Neue Schulden

Was bleibt: Neue Schulden machen! Irgendjemand wird das frische Geld schon bereitwillig hergeben – gegen vage Versprechen. Wir sind ja eine europäische Solidar-Gemeinschaft – und geteiltes Leid ist halbes Leid. Die Melodie dazu tönt dann so: „Geteiltes Leid/halbes Leid“ heißt: „Ihr gebt uns von Euren Milliarden noch mehr her, und wir leiden dann dafür ein bißchen weniger. Versprochen!“ Kein Grieche wird dieser Tage zugeben, daß es Wohltaten nicht zum Nulltarif gibt und daß man Wohlstand erarbeiten muß. Dieser Tropf würde auf der Stelle von einem linken Mob in der Luft zerrissen werden, da er die nationale Souveränität („Würde“) beleidigt hätte. Sie haben sich doch so schön in die von Europa finanzierte Welt eingefügt. “Ja, ja, ein bißchen leiden für ein bißchen Wohlstand tun wir ja gerne. Aber es wäre nicht fair, wenn Ihr Europäer jetzt die Hilfe einstelltet…“ Volkes Stimme, 60 Prozent!

Tsipras sollte Recht behalten. Deshalb, liebe ESM, EWF, Weltbank, EU, EZB und alle ´Institutionen´, gebt den Griechen ihre Würde zurück! Wir können sie zwar nicht rausschmeißen – brauchen wir auch nicht. Wir brauchen ihnen nur den laufenden Geldhahn zuzudrehen. Dann sind sie in Kürze wieder unter sich – und haben ihre Würde zurück.

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