Kurfürstenbad kann SG WaGo nicht kurzfristig überlassen werden

ib – Das Kurfürstenbad in Bad Godesberg kann nicht wie geplant bis zu den Sommerferien durch die SG WaGo genutzt werden. Zu dieser Entscheidung sieht sich die Stadtverwaltung veranlasst, da sie die Betriebssicherheit des Hallenbades nicht mehr gewährleisten kann.

Die durch ein Gutachten festgestellten und seit 2009 bekannten Mängel an der Elektrotechnik sowie an Lüftung und Heizung haben sich bei einer Begehung der technischen Anlagen am Dienstag, 24. Mai, als so gravierend herausgestellt, dass der weitere Betrieb derzeit nicht möglich ist. Dieser Ortstermin war im Vorfeld anberaumt worden, weil die Stadt ab dem 1. September den Betrieb und die dauerhafte Nutzung des Kurfürstenbades auf die SG WaGo übertragen wollte. Der Stadtrat hatte die Verwaltung beauftragt, nach Alternativen für den Betrieb des Kurfürstenbades zu suchen.

„Trotz der seit Jahren bekannten Mängel konnte das Bad bisher nur durch das erfahrene städtische Personal betrieben werden. Dies ist aber nun aufgrund des Umfangs der Mängel nicht mehr möglich“, erläutern Sportdezernent Martin Schumacher und Marion Duisberg, kommissarische Betriebsleiterin des Städtischen Gebäudemanagements.

In einem Gutachten aus dem Jahr 2009 waren bereits mindestens fünf Millionen Euro Investitionskosten genannt worden, um das Kurfürstenbad in einen ordnungsgemäßen Zustand zu bringen. Auf dieser Basis wird die Verwaltung zur Sitzung des Rates am 30. Juni eine Vorlage über die minimale Reparatur der gravierendsten Mängel des Hallenbades und den damit verbundenen Kosten einbringen.

Die Feststellung der Mängel im Kurfürstenbad nimmt die Stadtverwaltung zum Anlass, während der seit Fronleichnam laufenden Freibadsaison, in der die Hallenbäder geschlossen sind, die drei anderen Schwimmhallen (Hardtbergbad, Frankbad und Beueler Bütt) konkret auf deren Zustand hin zu untersuchen.

Mein Kommentar dazu:

Geld dürfte nicht das eigentliche Problem sein, denn für andere Projekte und Aufgaben gibt es selbst in der hochverschuldeten Stadt Bonn nahezu unbegrenzte Töpfe. Mir und vielen anderen scheint es eher so zu sein, daß der Wille fehlt, das Kurfürstenbad in Bad Godesberg für die Bevölkerung zu erhalten.

Bereits seit Jahren bekunden Investoren aus Saudi-Arabien und Katar ihr Interesse am und an den Liegenschaften rund um das Kurfürstenbad, um aus diesem Komplex ein nach islamischen Regeln geführtes WellnessCenter für arabische Medizintouristen zu machen.

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