Palästinenser gespalten gegenüber der französischen Friedensinitiative

RAMALLAH (inn) – Laut einer neuen Umfrage unterstützt die Hälfte der Palästinenser die französische Friedensinitiative. Trotzdem gibt es weiterhin eine Mehrheit für eine bewaffnete „Intifada“. Die Umfrage hat das „Palästinensische Zentrum für Politik und Umfrageforschung“ durchgeführt.

Die Hälfte der Palästinenser befürwortet die französische Friedensinitiative, 41 Prozent lehnen diese ab. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage hervor. Dabei zeigten sich jedoch Unterschiede in den beiden palästinensischen Gebieten. Im von Mahmud Abbas geführten Westjordanland sprachen sich nur 46 Prozent für die Friedensinitiative aus, obwohl dieser die Bemühungen der Franzosen unterstützt. Im Gazastreifen stimmten 56 Prozent dafür, obwohl die dort herrschende Hamas den Plan kategorisch ablehnt.

Jedoch ist die Erwartung, dass die Friedensgespräche zum Erfolg führen, bei den Palästinensern deutlich geringer als die Unterstützung. Nur knapp ein Drittel rechnet mit einer Einigung, wohingegen 59 Prozent mit einem Scheitern rechnen. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen dem Gazastreifen und dem Westjordanland. So liegt die Erfolgserwartung in Gaza mit 39 Prozent um 17 Punkte höher als bei den Palästinensern im Westjordanland.

Ebenfalls zeigt die Umfrage, dass die Unterstützung der Palästinenser für Messerattacken weiterhin abnimmt. In beiden Gebieten sank die Zustimmung um 7 beziehungsweise 8 Prozent. Dennoch bleibt die Zustimmungsrate im Gazastreifen mit 75 Prozent sehr hoch. Im Westjordanland lag die Unterstützung bei der letzten Umfrage bei 44 Prozent.

Palästinenser mehrheitlich für „Intifada“

Das „Palästinensische Zentrum für Politik und Meinungsforschung“ (PSR) hatte Anfang Juni die Umfrage durchgeführt. Es war die zweite Befragung dieses Jahres, welche das PSR in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung vierteljährlich durchführt. Der Direktor des Meinungsforschungsinstitutes, Chalil Schikaki, sagte gegenüber der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot“, die Unterstützung für Messerangriffe gehe zurück, da „die Erkenntnis gereift ist, dass diese nicht effektiv sind und das gewünschte Resultat bringen“. Auch betonte er, dass eine Mehrheit weiter eine bewaffnete „Intifada“ befürworte. Laut Schikaki sei die Unterstützung für einen solchen bewaffneten Aufstand nur durch die jüngste Friedensbemühung der Franzosen zurückgegangen.

Ein Viertel der Befragten glaubt, dass die derzeitigen Konflikte in einer Intifada münden werden. Ebenso gaben knapp 60 Prozent an, dass eine neue Intifada dem nationalen Interesse der Palästinenser mehr dienen würde, als Verhandlungen. Schikaki betonte ebenfalls, dass die Unterstützung für eine bewaffnete Intifada größer ist als vor einem Jahr. Deshalb „ist es schwierig zu sagen, dass die Gewalt aufgegeben wurde“, sagte Schikaki.

Aus der Umfrage wird ebenfalls deutlich, dass die Mehrheit der Palästinenser mit der Arbeit von Abbas unzufrieden ist. So wollen 65 Prozent seinen Rücktritt. (mba)

Quelle: israelnetz

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