„Runder Tisch gegen Gewalt“: Stadt und Polizei erhöhen ihre Präsenz

ib – Auf Einladung von Oberbürgermeister Ashok Sridharan ist am 30. Mai erstmals der „Runde Tisch gegen Gewalt“ im Alten Rathaus zusammengekommen. Der Oberbürgermeister und Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa betonten den „konstruktiven Dialog“.

Die Stadt Bonn wird an der Ecke Rheinallee/Rüngsdorfer Straße/Von-Groote-Platz – dort, wo Anfang Mai der 17-jährige Niklas niedergeschlagen und so schwer verletzt worden war, dass er wenige Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag – das Grün zurückschneiden, um den Bereich besser einsehbar zu machen. Darüber hinaus wird sie das Gespräch mit den Stadtwerken Bonn über eine bessere Ausleuchtung suchen. Und ein Arbeitskreis wird sich mit der Umgestaltung des Areals beschäftigen.

Den Bereich Rheinallee/Rüngsdorfer Straße/Von-Groote-Platz nehmen Stadt und Polizei zum Anlass, das Stadtgebiet auf ähnliche Problembereiche hin zu untersuchen.

Polizei und Stadt werden zudem ihre Präsenz in Bad Godesberg sichtbar erhöhen. „Dafür werden Mitarbeiter des Stadtordnungsdienste insbesondere zu kritischen Tages- und Nachtzeiten sowie Wochentagen unterwegs sein“, sagte der Oberbürgermeister. Brohl-Sowa, die zwei Jugendkontaktbeamte für Bad Godesberg ankündigte, betonte: „Wir werden alles tun, um den Bad Godesbergern ein Stück mehr Sicherheit zu geben.“

Wie Ashok Sridharan erläuterte, hat die Stadt als Ordnungsbehörde keine rechtlichen Möglichkeiten der Videoüberwachung öffentlicher Bereiche.

Gesamtkonzept zur Gewaltprävention

Die Polizei, die an enge rechtliche Vorgaben gebunden ist, wird in Abstimmung mit der Stadt prüfen, ob und welche Bereiche innerhalb des Bonner Stadtgebietes videoüberwacht werden können.

Darüber hinaus wird die Stadt Bonn ein – stadtweites – Gesamtkonzept zur Gewaltprävention erarbeiten, das u.a. die Schulsozialarbeit und die Schulpsychologie mit einbezieht. Sridharan: „Wir wollen die Kinder und Jugendlichen möglichst früh erreichen.“

Der Runde Tisch gegen Gewalt verständigte sich auf ein zweites Treffen noch vor Beginn der Sommerferien. Bei den weiteren Gesprächen werden auch Vertreterinnen und Vertreter der Bonner Schülerinnen und Schüler einbezogen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Runden Tischs waren neben OB Sridharan und PP Brohl-Sowa: (in alphabetischer Reihenfolge): Stephan Duelberg von der Jugendfarm, Stadtdirektor Wolfgang Fuchs, Hermann Hohn, Sprecher der Bad Godesberger Schulen, Integrationsbeauftragte Coletta Manemann, Superintendent Mathias Mölleken, Rainer Braun-Paffhausen vom Stadtdekanat Bonn, Dechant Wolfgang Picken, Schulrat Frank Rosbund von der Schulaufsicht, Christian Schäfer, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle Bad Godesberg, Bernd Seibert vom Stadtsportbund, Jugendamtsleiter Udo Stein, Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke, Beigeordneter Rüdiger Wagner und Schulamtsleiter Hubert Zelmanski.

Vertreter der muslimischen Moscheengemeinden waren ebenfalls eingeladen, konnten aber leider nicht teilnehmen.

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