Vandalismus im Bonner Münster

Unbekannter Täter beschädigt den Schrein der Stadtpatrone

Bonn – 21.06.2016

Das Bonner Münster ist am Dienstagmorgen Opfer von Vandalismus geworden. Ein bisher unbekannter Mann habe in der Krypta den Schrein der Stadtpatrone Cassius und Florentius aus seiner Halterung gezogen und den Schaubereich des Tabernakels aufgebrochen, teilte das Stadtdekanat Bonn am Dienstag mit. Der Täter sei von der Polizei noch in der Kirche verhaftet worden.

Stadtdechant Wilfried Schumacher zeigte sich von dem Vorfall tief erschüttert. Die Meldungen über Vandalismus häuften sich. „Nach vielen Vorfällen in anderen Kirchen hat es uns erneut getroffen“, so Schumacher. Der Papst fordere dazu auf, die Kirchen für die Menschen offen zu lassen. „Aber wir müssen auch ständig in der Angst leben, dass sich Solches oder Ähnliches wiederholt“, erklärt der Stadtdechant. Es müsse dafür gesorgt sein, „dass die Menschen geschützt und sicher beten können“. Er wolle deshalb sorgfältig prüfen, ob das Münster weiterhin durchgehend geöffnet bleiben kann.

Nach bisherigen Erkenntnissen betrat der unbekannte Täter, den Zeugen als „etwa 35 Jahre alt und hellhäutig“ beschrieben, am frühen Morgen die Krypta des Bonner Münsters. Anschließend öffnete er die Halterung des Schreins, in dem die Gebeine der Stadtpatrone ruhen, und zog ihn heraus. Ein Mitarbeiter, der den lauten Aufschlag hörte, verschloss umgehend alle Türen und alarmierte die Polizei. Die konnte den Täter vor Ort in Gewahrsam nehmen. Anzeige wurde bereits erstattet.

Der Tabernakel in der Krypta des Bonner MünstersDer Einbrecher hat auch den Tabernakel aufgebrochen.  Stadtdekanat Bonn

Es war nicht der erste Fall von Vandalismus im Bonner Münster. 2002 stürzte ein Unbekannter das zwei Meter hohe Holzkruzifix um und beschädigte es schwer. 2003 stieß ein damals 42-Jähriger Mann die Pieta, die „schmerzensreiche Muttergottes“ von ihrem Podest. Zuletzt brachen Unbekannte einen massiven Schlussstein aus einem Fensterbogen der Ostapsis. Der herausgebrochene Stein fand sich auf dem Parkplatz des Münster-Pfarrhauses wieder.

Schumacher beobachtet mit Sorge, „wie nicht nur die Ehrfurcht vor Gotteshäusern gleich welcher Religion immer mehr schwindet, sondern wie auch der Umgang mit privatem Eigentum und öffentlichen Gütern immer rücksichtloser wird“. Hier fehle es an Grundüberzeugung in der Gesellschaft.

Das Münster ist über den Gräbern christlicher Märtyrer erbaut, die heute als die Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius verehrt werden. Über ihrer Gruft steht der Schrein der Stadtpatrone. Er beinhaltet einen Sarkophag aus Eichenholz und ist mit Walzblei ummantelt. Er wurde 1971 von Künstler Hein Gernot geschaffen. Ein Bronzegestell umfasst den Schrein. (bod)

Quelle: katholisch.de

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Bildung, Bonn, Deutschland, Kriminalität, Terror abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Vandalismus im Bonner Münster

  1. Patrik Greeven sagt:

    Hellhäutiger Täter? Was soll das denn für eine Aussage sein. Damit wird nur ausgeschlossen, daß es sich beim Täter um einen Schwarzafrikaner oder Afroamerikaner oder so handeln könnte.
    Bei solch einem Frevel steht nicht die Hautfarbe (Rassismus pur) im Vordergrund, sondern zunächstliegend der religiöse Hintergrund und einmal mehr das damit zusammenhängende Motiv.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.