Was wir von Israel lernen könnten

01.04.2016 – Author: Vijeta Uniyal

Für die meisten Inder ist es schwer, kein starkes Gefühl historischer Dankbarkeit gegenüber Israel und dem jüdischen Volk zu empfinden. Der Staat Israel kam uns in so gut wie jedem Krieg militärisch zu Hilfe, den Indien seit 1947 als unabhängiger Staat führte. Unsere gewählten Anführer polierten in ihrer Selbstgefälligkeit ihre staatsmännische Glaubwürdigkeit auf, indem sie Israel bei jedem möglichen internationalen Treffen verurteilten, selbst als sie sich weiter in Zeiten bitter benötigter – ziviler oder militärischer – Hilfe an den jüdischen Staat wandten. Von Golda Meir bis Ariel Sharon hat Israel nie eine Anfrage abgelehnt.

Der winzige und belagerte Staat bekam nichts zurück und zahlte einen Preis für seine Unterstützung Indiens. Manchmal indem er die Beziehungen zu China ungünstig beeinflusste oder die zu seinem wichtigsten Verbündeten, den Vereinigten Staaten, durch die Ausweitung der Unterstützung eines „sozialistischen“ Landes auf der Höhe des Kalten Krieges.

Wenn es je ein wahres Zeichen des guten Willens gab, das von einem Staat dem anderen gewährt wurde, dann hat Israel es gegenüber Indien und vielen weiteren Staaten von Zaire bis Haiti und anderen gezeigt.

Trotzdem brauchte Indien mehr als vier Jahrzehnte, um Israel auf der Weltbühne als gleichberechtigten Partner zu behandeln – als Indien im Januar 1991 volle diplomatische Beziehungen zu Israel aufnahm.

Allerdings verfügt Indien über eine Qualität, die das wettmacht. Obwohl unsere politischen Führungskräfte sich in den frühen Tagen des Kalten Krieges an die Sowjetunion und den panarabischen Nationalismus anhängten, sind die Hindus mit ihren 80% Mehrheit der Bevölkerung Indiens standhafte und beständige Unterstützer des Staats Israel und des jüdischen Volkes gewesen. Eine internationale Meinungsumfrage, die das Außenministerium Israels 2009 durchführte, stellte fest, dass die Inder die positivsten Ansichten zu Israel haben; sie lagen sogar leicht vor den Befragten der USA. Im August 2014, auf der Höhe des Gaza-Konflikts, veranstaltete die Stadt Kalkutta eine Kundgebung zur Unterstützung des jüdischen Staats mit 20.000 Teilnehmern, was sie zur wahrscheinlich größten proisraelischen Demonstration machte, die Asien je erlebte.

Schließlich hat Indiens offizielle Politik mit der Wahl des Premierministers Narendra Modi im Mai 2014 angefangen die Wünsche und Erwartungen der Mehrheit der Hindu-Bevölkerung des Staats.

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu trifft am 29. September 2014 den indischen Premierminister Narendra Modi in New York. (Bildquelle: Israel Government Press Office)

Um ein wirklich erfolgreicher Staat zu werden, sehen wir ein, dass wir dem jüdischen Streben in spirituellem und weltlichem Lernen nacheifern müssen. Wir brauchen einen Staat, der Männer und Frauen stärkt, so dass sie frei und furchtlos soziale, technologische, unternehmerische und humanitäre Kreativität entwickeln, sogar während er ständig angegriffen wird.

Die Heimkehr der Juden und die Wiederherstellung des jüdischen Staats in seinem historischen Land ist eine Quelle großer Hoffnung für uns Hindus gewesen. Wenn wir die Wiederherstellung des jüdischen Staates und die Wiederbelebung des Judentums in seinem historischen Land sehen, dann sehen wir Hindus uns selbst.

Wenn das Judentum ohne die jüdische Heimat unvollständig ist, dann ist das Wesen des Hinduismus nicht von der Geographie Indiens zu trennen. So wie Juden seit Jahrtausenden aus dem Land und ins Exil getrieben wurden, erlitten die Hindus ein Jahrtausend islamischer und später europäischer Unterwerfung in ihrer Heimat.

Nachdem es den grausamsten Völkermord der Menschheitsgeschichte – ein brutaler und systematischer Versuch von Nazideutschland, die gesamte jüdische Bevölkerung Europas auszulöschen, der sechs Millionen jüdische Leben forderte – arbeitete das jüdische Volk daran einen Staat zu schaffen, der auf Demokratie, Freiheit, Gleichberechtigung für Menschen aller Religionen und Ethnien aufzubauen – die einzige Demokratie im Nahen Osten.

Heute genießen mehr als eine Million Araber in Israel gleiche Bürgerrechte und ein Niveau religiöser Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, die es im Nahen Osten nie zuvor gegeben hat. Arabische Israelis sind in allen sozialen Schichten Israels vertreten; sie haben Top-Positionen in der Geschäftswelt, an den Universitäten, in den Medien, in der Regierung sowie in der militärischen Führung inne.

Der winzige Staat Israel nahm Welle um Welle Immigranten auf, darunter eine Million Juden, die schon kurz nach der Gründung des jüdischen Staates 1948 aus den arabischen Ländern vertrieben wurden, äthiopische Juden und Russen, die vor dem Kommunismus flüchteten. Heute ist Israel das Zuhause von mehr als 80.000 Juden indischer Herkunft. Sie sind vollkommen integriert und haben sich in allen Bereichen der Gesellschaft ausgezeichnet haben. Sie dienen tapfer in den israelischen Verteidigungskräften und bringen dem Land im Sport Ruhm. Barak Refael Degorker, ein IDF-Soldat indischer Herkunft, wurde von der Hamas während des Gaza-Konflikts 2014 getötet. Die in Mumbai geborene Sarah Avraham wurde 2012 Israels Meisterin im Thaiboxen.

Während die Nationalstaaten Europas auf eine anstehende Katastrophe zusteuern, weil sie darin scheitern ihre spirituelle und nationale Identität angesichts des massiven Zustroms muslimischer Migranten geltend zu machen, bietet uns nur das Beispiel Israels Hoffnung.

Wir müssen auf europäischem Liberalismus beruhende Fehlschläge im Projekt des Aufbaus unseres Staates zugeben. Westliches „Antidiskiminierungshandeln“ hat es nicht geschafft das Land von auf dem Kastensystem gründender Diskriminierung zu befreien und all diese europäische Hypersensibilität gegenüber „muslimischen Empfindlichkeiten“ hat das Ihre getan, um kulturelle Freiheiten im Land zu unterdrücken. Indien wurde der erste Staat, der Salman Rushdies Roman Die satanischen Verse verbot, noch bevor der Iran, Saudi-Arabien und andere theokratischen islamischen Regime ihre Fatwas und Verbote erließen. Seit Jahrzehnten ist Indien vor technologischer und akademischer Kooperation mit Israel zurückgeschreckt. Indien schien zu versuchen noch arabischer zu handeln als die Araber selbst.

Nur eine aufgeklärte Nation, die auf einer starken, fundamentalen Einheit der Hindus aufbaut, kann eine sichere und blühende Zukunft für Indien sicherstellen. Wir können keinen Staat auf Fundamenten einem ungerechten und unmoralischen Kastensystem aufbauen.

So wie das Wiederaufleben des Judentums in seiner historischen angestammten Heimat keine Bedrohung des muslimischen Glaubens bedeutet, sollten das hinduistische Wiederaufleben und seine Einheit keinen Schaden für historische Minderheiten anderer Religionen verursachen. Länder, die erfolgreich sein und gedeihen wollen, täten gut daran dem Beispiel Israels zu folgen.

Dem von benachbarten muslimischen Ländern ausgehenden Terrorismus darf man nicht nur militärisch entgegentreten, sondern auch damit, dass wir unsere spirituelle und nationale Identität wieder geltend machen.

Araber und Muslime könnten sicher erkennen, dass sie in den von ihnen geführten fanatischen Kriegen selbst die größten Verlierer gewesen sind und ihre Aufmerksamkeit dem Wiederaubau ihrer Gesellschaften und der Konfrontation mit den wahren Themen der – um nur ein paar zu nennen – Gewalt, des Fanatismus, der Ignoranz und Armut widmen.

Bis dahin müssen wir alle zusammen einen Staat aufbauen und eine Heimat, die wir verteidigen können.

Die jüngsten Terroranschläge in Brüssel, Mumbai, Paris, Istanbul und Ankara sind schlicht das, womit Israel seit Jahrzehnten lebt – und Indien, Frankreich, Belgien und die Türkei haben keine „Siedlungen“. In dem Konflikt geht es nicht um „Siedlungen“. Es geht um eine Gruppe Menschen, die versucht ihren Willen, ihre Kultur, Religion und Lebensart einer anderen Gruppe aufzuzwingen. Bei Israel sind die „Siedlungen“ nur ein Vorwand. Sieht man sich eine Landkarte von „Palästina“ an, dann hat sie exakt die Umrisse Israels.

Es liegt jenseits unserer Möglichkeiten als Inder die Krankheiten der muslimischen Welt zu heilen. Wir können nur den Schaden mindern, indem wir unsere Heimat verteidigen und unsere nationalen Grenzen sichern.

Bis es so weit ist, würden wir alle gut daran tun uns auf die Seite Israels zu stellen.

Quelle: Gatestone Institute

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